Die Probleme der Geldschöpfung
und der Einfluss unseres Kaufverhaltens

Deutschland kämpft mit dem Risiko einer Inflation, die Schweiz hingegen mit der Deflation. Eine Krise? Nein - nur eine spürbare Nebenerscheinungen einiger Schach- und Pokerspiele am Finanzmarkt. Man kann resignieren, oder versuchen die Situation zu ändern! Um etwas zu ändern, muss man aber erstmal verstehen, wo der „Bauer“ den Hebel ansetzen kann bzw. muss! Deshalb ein kleiner Exkurs zum Verständnis:

Ein Großteil der weltweit verfügbaren Geldmenge wird von weniger als 1 Prozent der Bevölkerung verwaltet. Eine kritische Situation, weil Politik meist Wirtschaftsorientiert ist – anders gesagt, eine Gruppe weniger Menschen auf dieser Welt in der Lage ist, die Politik nach ihren Vorstellungen zu lenken – und diese sind meist Profitorientiert. Meine Angst liegt besonders darin, dass die „Schachspieler“ (Geldbesitzer) ihr Spiel nicht mehr beherrschen. Zu komplex sind die Züge, zu hoch die Einsätze…zu unvorhersehbar die „Bauern“.
Dies ist ein Ergebnis kurzsichtiger Entscheidungen, die bis ins Jahr 1944 zurückreichen und spürbar ab 1965 zu Verschiebungen der Geldmenge führte, welche sich bis heute exponentiell vermehrt. Die Rede ist vom Verhältnis der Schöpfung von Geldmenge zum Warenwert. Denn Geldschöpfung bedarf längst keiner Deckung mehr, es schweige denn einer Koppelung ans Gold. Das Geld was wir jetzt auf dem Konto sehen oder ein mancher in Socken verstaut, ist Schuldgeld (Giralgeld), also Geld was durch Kredite geschaffen wurde (laut Eckard Rülke). Bei dessen Einführung im Jahr 1971 mag das noch funktioniert haben:
Ein risikobereiter Investor (Arbeitgeber oder Bauherr) nahm Kredit auf, um einen Wert zu schaffen. Ein Teil des Kredites wurde investiert und in die Produktion gesteckt, den anderen Teil erhielt der Arbeitnehmer bzw. Handwerker als Lohn, der dem Wert seiner Leistung entsprach.
Der AN kaufte mit seinem Lohn Produkte (Waren) und ermöglichte so dem AG den Kredit zu tilgen.
Die Bank bekam ihr erschaffenes Geld zurück und bekam für ihre Kredit-Dienstleistung Zinsen.
So sollte das System funktionieren, und hätte es wahrscheinlich auch, wenn es klare Regeln gegeben hätte. Aber es kam anders…
Es liegt wohl in der Natur des Menschen, Vorräte anzulegen und so mutierte das System:
der Arbeitgeber bzw. der Bauherr zahlte weniger Lohn und versuchte immer billiger zu produzieren, Überschusse legte er meist in den Finanzmarkt an
der Arbeitnehmer sparte seinen Lohn bzw. legte es selber am Finanzmarkt an und führte somit das Geld nicht mehr dem Wirtschaftskreislauf zu,
die Banken verlangten mehr Zinsen als sie für ihre Dienstleistungen benötigten und erhöhten die Auflagen für Kredite, was Investoren ausbremste.
Und weil keiner genug bekommt, wurde der Geldüberhang gewinnorientiert am Konstrukt Finanzmarkt angelegt. Einige dieser Geldbesitzer besitzen nun soviel, dass sie es gar nicht mehr konsumieren können! Sie spielen lieber „Schach oder Poker“. Hier könnte nur die Politik ansetzen. Angesichts der planlosen Flickenschusterei und profillosen Legislaturpolitik ist da aber nicht viel zu erwarten. Da müssen wir schon selber was tun:
Gold ist jedenfalls nicht die Lösung! Im Gegenteil - Gold und Franken bringen keinen wirtschaftlichen Nutzen, sondern entziehen dem Wirtschaftskreislauf noch mehr Geld und verstärken die Finanzmacht der „Schachspieler“.
Der Kauf von Aktien ist nur dann sinnvoll, wenn das dem Wirtschaftskreislauf entzogene Geld (Erspartes) dem Wirtschaftskreislauf neu zugeführt wird, also für Investitionen und Lohn verwendet wird. Naja. Jedenfalls der für den Wirtschaftskreislauf so wichtige Mittelstand ist meist nicht am Aktienmarkt zu finden.
Doch was wäre, wenn wir unser Einkaufsverhalten und Sparverhalten verändern? Was wäre, wenn der kleine „Bauer“ mal wieder „en passant“ zieht und sich allein vorarbeitet bis zur „Dame“? Es würde auf jeden Fall das Spiel verändern. Und so ist es auch mit unserem Einkaufsverhalten. Mit unserem Einkaufsverhalten können wir Einfluss auf das Mengenverhältnis Ware zu Geld, Ware zu Ressourcen und Geld zu Ressourcen nehmen. Wer jetzt in hochwertige und langlebige Güter investiert, die vorzugsweise in Europa gefertigt werden, belebt den Wirtschaftskreislauf konstruktiv und langfristig. Denn hochwertige Güter halten länger und schonen damit die Ressourcen. Außerdem schafft der Konsum von Ware aus Europäischer Produktion regionale Arbeitsplätze, entzieht dem Finanzmarkt Spekulationsgeld und führt damit das Geld dem regionalen Wirtschaftskreislauf wieder zu. Und im Vergleich zu Gold besitzt hochwertige Ware einen Nutzwert, der auch in einer Krise seinen Wert nicht verliert.
Angesichts der Gehirnwäsche durch amerikanisches Konsumverhalten, gepaart mit der deutschen Geizmentalität der letzten Jahre ein schweres Unterfangen. Auch sollten wir bedenken, dass die Produktion, die in den letzten 30 Jahren systematisch aus Deutschland ausgesiedelt wurde und nicht innerhalb von 2 Jahren zurückkehren kann. Made in Fernost ist übrigens ein Ergebnis der Kundennachfrage nach immer billigeren Produkten, und Firmen, die ihren Hals nicht voll genug bekommen. Problem ist also, dass ganze Strukturen und Fähigkeiten eliminiert wurden, für die es viele Jahre braucht um sie wieder aufzubauen. Durch das Sparen an der falschen Stelle, haben wir uns also nicht nur langfristig geschadet, sondern auch die Falschen unterstützt. Es wird Zeit umzudenken - und das möglichst bald!
BOOFE jedenfalls kauft seit Jahren bewusst und maßvoll ein und bevorzugt Hersteller in Europa!
Und jetzt kommt Ihr.

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